Portrait von Bihr Helmut (1917 – 1999)

Helmut Bihr (rechts) gegen Josef Güntensberger

Total 15 Kränze
1 eidgenössischer: Solothurn 1940

Helmut Bihr gewann den eidgenössischen Kranz für den Glarner Schwingerverband zu einer Zeit, als die beiden Schwingklubs (Niederurnen und Glarus) noch nicht bestanden. Wie Karl Piatti 1937 in Lausanne erschwang sich auch Bihr (1940 in Solothurn) das Eichenlaub vor der Gründung der beiden Schwingklubs im Kanton. Während der aus Niederurnen stammende Piatti klar dem Schwingklub Niederurnen zuzuordnen war, gehörte Bihr zu den Gründern des Schwingklub Glarus, wechselte später aber ins Unterland.

Im Gründungsjahr des Mittelländer Schwingklubs 1942 amtete er als erster Kassier und war gemeinsam mit seinem Bruder Erwin auch Aktivschwinger. Erwin Bihr war später gar Klubpräsident von Glarus. Helmut Bihr zog es nach Näfels, wo er an der Gerbi wohnte und bei der Seilerei Landolt angestellt war. So war er später auch noch für den Unterländer Schwingklub aktiv.

Kranz nachgereicht

Eine ganz besondere Verbindung gab es in Zusammenhang mit seinem grössten Erfolg, den er unter Glarus schwingend am Eidgenössischen Schwingfest 1940 in Solothurn erlangte. In der ersten herausgegebenen Schlussrangliste ist Bihr im Rang 8b mit 55, 75 Punkten um einen Viertelpunkt hinter den Kränzen rangiert. Nachträglich wurden die Noten seiner sechs Kämpfe aber nochmals berechnet, womit die Endzahl auf 56,00 Punkte korrigiert wurde. Diese Punktzahl reichte zum Kranz. Da jener Rechnungsfehler auf dem Notenblatt erst nach der Rangverkündigung festgestellt wurde, verpasste er die Kranzübergabe in Solothurn. Die Verantwortlichen sendeten den Kranz dem Glarner im Anschluss einfach in einer Kartonschachtel nach. Bihrs Notenblatt zierten an diesem an einem Tag abgehaltenen Fest vier Siege, ein Gestellter und eine einzige Niederlage gegen Hans Zumstein, Grenchen.

Bereits 1937 in Lausanne glückten Bihr fünf Siege. Durch die Niederlage im siebten Gang gegen den Berner Oberländer Spitzenschwinger Christian Boss schwang er aber zuletzt nicht mehr um den Kranz. Während Bruder Erwin einen Kranzfestsieg feierte (Glarner-Bündner 1946 in Mollis), blieb dies Helmut Bihr versagt. Mit dem ersten eidgenössischen Kranz unter Mittelländer Hoheitsgebiet hatte er aber massgeblichen Anteil zur Initialzündung zur Klubgründung 1942. Helmuth Bihr verstarb im Jahr 1999 in Näfels.