Portrait von Oberholzer Karl (1936 – 2020)

Karl Oberholzer (rechts) gegen Guido Zurkirchen

Total 100 Kränze
5 eidgenössische: Freiburg 1958, Zug 1961, Aarau 1964, Frauenfeld 1966, Biel 1969

«Kari» Oberholzer darf als der wohl erfolgreichste Rapperswiler aller Zeiten bezeichnet werden.

Nur zwei Mal verpasste er den Gewinn an einem Anlass mit eidgenössischem Charakter hauchdünn. Zuerst am Kilchberger Schwinget 1957 und anschliessend am Eidgenössischen 1961 in Zug. Am Kilchberger verlor er den Schlussgang gegen den Berner Seeländer Hans Münger. Im Kampf um den Schwingerkönigstitel verlor er gegen seinen ewigen Rivalen Karl Meli. Dabei hatte Oberholzer bis zu jenem Schlussgang in der Kolin-Stadt noch nie verloren gegen den Winterthurer.

Insgesamt gewann der Uznacher 27 Kranzfeste und exakt 100 Schwingerkränze, wovon fünf eidgenössischer Prägung. Sein erstes Eichenlaub eroberte der 1936 im Linthgebiet geborene als 19-Jähriger am Glarner-Bündner in Mollis. Ein Jahr später folgte bereits sein erster Kranzfestsieg, was die Selektion für Thun bedeutete. Doch der Rekrut erhielt während des Dienstes kein Urlaub fürs Eidgenössische. So blieb es bei fünf Teilnahmen an Eidgenössischen, wo sich der exzellente Standschwinger jedes Mal in die Kranzränge vorarbeitete.

Grosses Repertoire

Mit zwei Gestellten und vier Siegen, unter anderem gegen Fritz Schwander sowie Ruedi Hunsperger schwang der St. Galler auch 1964 um den Schlussgangeinzug. Jedoch verlor er im siebten Gang gegen den Luzerner Alois Boog. Dank eines abschliessenden Erfolges blieb ihm in Aarau Rang 5g.

1966 stellte Oberholzer zu Beginn mit dem Berner Hans Stettler, dem er sechs Siege folgen lies. Somit verpasste er den Schlussgangeinzug nur um einen Viertelpunkt. Zuletzt stellte er mit dem Berner Christian Eggler und wurde Fünfter.

Sein fünftes eidgenössisches Eichenlaub gewann er 1969 in Biel mit 75,25 Punkten im Rang 9r. Nach einem starken Auftritt verlor er den siebten Gang gegen Hans Stucki, was dem Berner die Schlussgangteilnahme einbrachte. Den letzten Gang stellte er, womit ein absoluter Spitzenplatz entschwand. All diese Ergebnisse an den Eidgenössischen sind Beweis einer einmaligen Schwingerlaufbahn.

Rapperswil später Glatt-Limmattal

Unter seinen 27 Kranzfestsiegen sind auch zwei am Nordostschweizerischen (1958 und 1961) sowie zwei Siege auf der Rigi dabei. Mit 100 Kränzen ist er der erfolgreichste Rapperswiler aller Zeiten. In der Saison 1957, wo er am Kilchberger den Schlussgang erlangte, bestritt er über die gesamte Saison 16 Feste, 14 mal davon stand er im Schlussgang.

Oberholzer begann seine Laufbahn beim Schwingerverband Rapperswil, siedelte später beruflich nach Dübendorf über und schloss sich dem Schwingklub Glatt-Limmattal an. Noch während der Aktivzeit amtete er als Klubpräsident und ab 1868 als Kantonaler Technischer Leiter. 1974 übernahm er die gleiche Funktion im NOS-Verband, den er anschliessend ab 1980 präsidierte.

Insgesamt erschwangen bei den Oberholzers fünf Brüder, August, Gottfried, Hans Robert und Karl, Kränze. Kari war von ihnen der mit Abstand Erfolgreichste. Er verstarb 2020.