Portrait von Willi Ernst jun. (1939)

Ernst Willi jun. (rechts) am Eidgenössischen in Schwyz 1974

Total 47 Kränze
1 eidgenössischer: Frauenfeld 1966

Ernst Willi schaffte es wie sein Vater zu Eidgenössischem Eichenlaub. Schon als 19-Jähriger durfte der St. Galler Oberländer 1958 mit nach Freiburg. Grund war der Kranzgewinn im gleichen Jahr am Nordostschweizerischen in Dübendorf. Überraschend gut schnitt er im Kanton Freiburg ab und bestritt alle acht Gänge. Am ersten Tag war er mit drei Siege und einem Gestellten gar unbesiegt, ehe der Jüngling am Sonntagmorgen zurückgebunden wurde. Drei Jahre später in Zug bestritt er sechs Gänge.

Zum grossen Wurf holte er 1966 in Frauenfeld aus, als er den Kranz bereits nach sechs Gängen im Trockenen hatte und so in die Fusstapfen seines gleichnamigen Vaters trat. Eine Niederlage gegen den Berner Christian Eggler und ein Unentschieden gegen Karl Bachmann wiesen noch nicht auf den grossen Wurf hin, doch anschliessend gewann er vier Duelle in Serie. Im Ausstich stellte er gegen zwei renommierte Berner: im siebten Gang gegen Fritz Uhlmann und anschliessend gegen Rudolf Mühlemann. Der Kranzgewinn war ihm dennoch gewiss.

Willi gewann in seiner Laufbahn insgesamt 47 Kränze und ein Kranzfest. Dies war aber nicht irgendeines, sondern der Triumph am prestigeträchtigen Brünig-Schwinget 1966. Dort entzückte er die gesamte Fachwelt und doppelte nach dem Gewinn des Eidgenössischen Kranzes gleich nochmals nach, fand doch der Brünig nach dem ESAF in Frauenfeld statt.

Wieder Duelle mit Mühlemann

Nach zwei Gestellten gegen Hans Haldimann und Hansueli Furrer realisierte er gegen Christian Schild, Toni Grüninger und Rudolf Wittwer 30 Punkte. Dies berechtigte zur Schlussgangteilnahme gegen den Berner Rudolf Mühlemann. Sie duellierten sich 14 Tage zuvor bereits am Eidgenössischen im letzten Gang und stellten. Beim Bergklassiker im Kanton Obwalden jedoch siegte der Ostschweizer über den Berner. Bereits 1960 belegte Willi am gleichen Fest den Ehrenplatz.

Eigentlich waren die Eidgenössischen nicht die Feste, die auf Willi zugeschnitten waren. Nur noch ein zweites Mal, 1974, schwang Willi nochmals acht Gänge. In Schwyz (für die Innerschweizer startend) war er auch gut im Rennen, ehe er im siebten Gang Arnold Ehrenberger unterlag. Mit einem abschliessenden Gestellten entschwand der Kranz.

Willi begann seine Laufbahn beim Schwingklub Mels, wechselte später nach Wallisellen sowie Altdorf. Heute wohnt der 84-Jährige im urnerischen Seedorf.